29.06.10

Happy Birthday, Dear Mr. Harryhausen!

Kaum zu glauben: Der gute Ray Harryhausen feiert heute seinen 90sten Geburtstag! Da kann ich nicht anders, als ihm meine aller herzlichsten Glückwünsche auszusprechen!

Über wie viele Generationen hinweg hat er jetzt schon kleine Jungs mit seinen unverwechselbar liebevoll animierten Stopmotion-Monstern begeistert? Wie viele inzwischen erwachsene Männer fallen angesichts seiner Arbeit wieder ins Jugendalter zurück und sitzen auch über 50 Jahre nach Entstehung der Filme noch mit glänzenden Augen vor den Bildschirmen?! In diesen Tagen erscheint "Jason und die Argonauten" (1963) in den USA auf BluRay - painstakingly restored, wie es sich gehört.

Meine erste Begegnung mit einem von Rays Geschöpfen hatte ich tatsächlich mit fünf oder sechs Jahren, als ich eines Sonntag Nachmittags bei meinem Opa zu ersten Mal "Panik in New York" (1953, Bild oben!) gesehen habe. Darin wird ein Dinosaurier durch Atomtests am Polarkreis geweckt, macht sich auf, um New York in Schutt und Asche zu legen, und findet schließlich inmitten eines brennenden Vergnügungsparks sein tragisches Ende. Absoluter Kult - lange, lange vor "Jurassic Park"! Ebenso die anderen schwarz-weißen Monsterfilme von Ray. Er selbst hat mal gesagt: "Ich bin verantwortlich für die Zerstörung von New York, San Francisco und Washington."

Später wechselte Ray dann ins Fantasy-Genre und hauchte mit seinen grandiosen Tricks der klassischen Mythologie neues Leben ein. "Sindbads siebente Reise", "Jason und die Argonauten", "Kampf der Titanen" - was wären diese Filme wohl ohne die detailversessen modellierten und animierten Wesen?! Und das Wunderbare daran: Die Filme altern nicht. CGI-Tricks sehen nach ein paar Jahren altbacken aus. Rays Kreaturen leben wirklich, haben Charakter und Persönlichkeit, werden immer da sein.

Heute lebt Mr. Harryhausen mit seiner Frau in London. Und er hat das geschafft, was seinem Ziehvater Willis O'brien ("King Kong und die weiße Frau", 1933) leider nicht vergönnt war: Er kann gesund und munter zurückblicken und sich, völlig zu Recht, von seinen Fans feiern lassen. Nach wie vor besucht er Conventions, spricht Audiokommentare ein und freut sich über den Kontakt zu seinen Fans und Freunden.

Vielen Dank, lieber Ray, für die vielen schönen Stunden und die magischen, inspirierenden und spannenden Film-Momente! Cheers, mate! And many happy returns!

17.06.10

Lost in Cologne, mal wieder!

Fragt mich nach einer Straße oder einem Platz in Glasgow und ich gebe eine perfekte Wegbeschreibung! ...einen kleinen Abstecher zum Clyde-Ufer, Kaffee und Scones inklusive. Aber 10 Minuten in der Kölner Innenstadt ... und ich verliere hoffnungslos die Orientierung! Und dann mache ich auch noch den Fehler, einen "einheimisch" wirkenden Verkäufer nach dem Weg zu fragen. Leider ist mein Auffassungsvermögen absolut immun gegen kölsche Dialektik - und ich war somit genau so schlau wie vorher. *grummel*

Letztlich habe ich mich dann aber doch zurecht gefunden und hatte sogar noch Zeit für einen Kaffee bei Starbucks. Da habe ich mich dann auch sehr entspannt mit einem kleinen japanischen Geschäftsmann (der akzentfreies Englisch sprach...) unterhalten. Über den Dom, über Architektur, über deutsche Gastfreundschaft bei Fußballspielen und natürlich über die unvermeidlichen Vuvuzelas. Manchmal bin ich wirklich im falschen Film. Oder zumindest Lost in Translation.

11.06.10

Waka waka - a manera mexicana!

Von Fußball habe keine Ahnung, das gebe ich offen zu! Aber es gibt ja auch noch genügend andere Sportarten, von denen ich ebenfalls keine Ahnung habe, die aber wesentlich mehr Spaß beim Zugucken machen... Eishockey zum Beispiel, oder Rugby!

Aber pünktlich zum WM-Auftakt habe ich mich doch noch anstecken lassen und fand mich dank Caro plötzlich beim "Rudelgucken" im Sonnenschein, mitten in einer Gruppe engagierter mexikanischer Fußballfans wieder! Ja ganz recht, auch im rammdösigen Siegerland gibt es sie, die kleine, ehrenvolle Garde der patriotischen Mexiko-Fans! Und zu denen gehöre ich jetzt auch, irgendwie. Spannend war es dann zum Schluss auch und mit unserer Euphorie haben wir es sogar in die Lokalnachrichten im Fernsehen geschafft!

In diesem Sinne: Waka, waka!

10.06.10

Tränen gelacht!

In den 90ern gab es in der "PC Player" die "Multimedia Leserbriefe". Und was haben wir sie geliebt, diese kleinen, monatlichen Einblicke in den Alltag einer Spieleredaktion! Lange hat es Produzent und DV-Koryphäe Toni Schwaiger in der Branche ausgehalten, drehte "Raumschiff GameStar" und transportierte letztlich das MMLB-Konzept mit "Die Redaktion" ins neue Jahrtausend.

Leider habe ich von diesem letzten Projekt nicht viel mitbekommen; zu wenig Zeit mehr für lange, verregnete Nachmittage in epischen PC-Spielewelten... Aber wer zu spät kommt, den beschenkt der Toni! Und so konnte ich es nun nachholen und dank Sammler-DVD (sogar mit Wittmung!) die ganze Redaktions-Historie in einem Rutsch genießen. Und ich habe Tränen gelacht! Gerade bei den Fantasy-Folgen von Oblivion bis Gothic 3 ("Der Kriegsherr Umbrak in Silden will deinen Tod!!") habe ich mich ja regelmäßig weg geschmissen! Ebenso bei den zahlreichen Spitzen ("Brontal 25") zum aktuellen Polit- und Medienzirkus. Herrlich! Bitte erklärt Markus Schwerdtel zum Innenminister! ...und Walter Reindl endlich zum Imperator!


25.05.10

Grüße aus dem Spam-Verteiler

Heute morgen habe ich in einer e-Mail den folgenden Text erhalten:

"In Zusammenhang mit dem Kurs des Fallens des Euro,
wir sind Ihnen erzwungen, erneuert die
Rechnungen-Bezahlungen auszustellen.
Sie sehen das befestigte Dokument."


...ich glaube, ich muss mal ein ernstes Wort mit meinem Finanzberater wechseln, Pfingst-Feiertage hin oder her!


22.05.10

"It's Coming Right At You! In 3-D!"

Kürzlich habe ich gelernt, dass das menschliche Auge mind. zwei Sekunden braucht, um ein dreidimensionales Bild aufzunehmen, zum Gehirn zu senden und dort in seiner Gänze erfassen und verarbeiten zu können. Damit sind alltägliche Eindrücke gemeint: Die Enten auf dem See, die Belegschaft beim Meeting, oder der fragende Blick in die Spülmaschine. - Der Hirsch, der des Nachts trotz wagemutigem Hüpfer nicht als Wildbret vor der Stoßstange endet, fällt hingegen unter Reflexe.

Die Erkenntnis lässt mich vorsichtig frohlocken: Als Liebhaber der großen Kino-Klassiker habe ich eine immer stärker werdende Abneigung gegen viele aktuelle "Blockbuster" entwickelt. Das nach wie vor wundervolle Genre der "Clint Eastwood-Filme" mal ausgeklammert. Nein, ich rede von den typischen Horror- und Actionfilmen des heutigen Mainstreams. Ein Höhepunkt war da sicherlich der letzte "James Bond"-Film, bei dessen Schnitt-Stakkato ich manchmal einfach nicht mehr raussehen konnte, wer jetzt gerade wen wohin haut. Die unangenehm nahe Kamera tat ihr übriges dazu.

Nun kommt Cameron mit seinen neuen Kameras und plötzlich muss (mal wieder!) alles in "Dreideh" sein. Das wirkt beim Gros der angekündigten Titel eher müßig, aber mir gefällt der Gedanke, dass damit, zumindest zu einem gewissen Teil, der Trend der immer schneller werdenden Schnitte kurzerhand ausgehebelt wird. Wer darauf achtet, wird feststellen, dass auch bei flotten 3D-Actionfilmen wie AVATAR die Szenenfolge ruhiger erscheint, als noch beim oben erwähnten 007-Abenteuer. Michael Bay dürfte jetzt Bauchweh bekommen...

Vielleicht bekommen wir dann wieder öfter die Chance, schön gestaltete und fotografierte Szenerien auf uns wirken zu lassen, eben ganz so wie in den großen, alten Hollywood-Filmen. Zumindest habe ich mir jetzt ein Argument erarbeitet, welches ich meinen Freunden präsentieren kann, wenn die wieder ob meiner Euphorie für den neuen RESIDENT EVIL-Teil mit den Augen rollen. Nein, nein ... nicht nur wegen Milla! ...der Filmschnitt, der gefällt mir! ;)


Kleiner Copyright-Hinweis am Rande: Das Bild oben stammt aus der goldigen Rudy Behlmer-Doku "The Universe according to Universal". Quelle: Gefahr aus dem Weltall (DVD).

05.05.10

Schön verpackte Nostalgie

Über dem Berg geht gerade die Sonne unter und taucht den Himmel in ein malerisches Abendrot. Ein seltsam surreales Licht umfängt mich. Leise weht der Wind über die Terrasse. Fünf Minuten Zeit für ein bisschen wehmütig dahinplätschernde Nostalgie! Anlass ist eines der aktuellen Aufreger-Themen aus der PC-Spieleindustrie und damit auch Diskussionspunkt im letzten Veteranen-Podcast. Es folgen ein paar Gedanken von yours truly. Gelebte Sekundärkommunikation so zu sagen.

Konkret geht es um die von Ubisoft in halbseidene Umweltschutz-Ambitionen gewickelte (und hoffentlich über chlorfrei gebleichte e-Mails verteilte) Aussage, dass man den neuen Produkten kein Handbuch (sprich: eine Spielanleitung) mehr beilegen wolle. Immerhin könne man durch das so eingesparte Papier ein paar Bäume retten. Und nebenbei sei die Technik inzwischen soweit fortgeschritten, dass sich die Dinger eh direkt im Spiel selbst erklären würden. Das warf die allgemeine Frage auf, ob in der heutigen Zeit überhaupt noch ein Spieler ins Handbuch schauen würde.

Nun, ich selbst schaffe es aus Zeitgründen nur noch, drei bis vier der großen Toptitel im Jahr zu spielen, von daher mag meine Meinung einen eher geringen Stellenwert für die Entwicklung des Marktes haben... Ich habe aber trotzdem eine. Es ist schon richtig: Viele Spiele sind heute selbsterklärend und verfügen über schöne, intuitive Tutorials. Handbücher-Lesen ist da im Grunde hinfällig geworden. Ich brauche auch nicht mehr im übernächsten DOOM über Seiten hinweg erklärt bekommen, dass ich mit der linken Maustaste auf die Monster schieße! Und die Epilepsie-Warnung dürfen sie meinetwegen neben den USK-Flatschen auf's Artwork stickern!

Aber: Mit diesem Trend stirbt auch ein weiteres Stück des Zaubers, der das ganze Hobby der "Computerspielerei" in den frühen 90ern noch umgab. Zuletzt war dies der Fall, als die Industrie die Packungen von dicken Kartonschachteln zu den üblichen DVD-Cases um-normte. Und Jörg würde mir wohl beipflichten: Was war damals allein das Auspacken (!) der alten ULTIMAs noch schön! Was sich da alles in der Schachtel fand... Auf Leinen gedruckte Landkarten, Mondsteine, Tugend-Karten, Reisenotizen von Lord British, usw. Dafür hat man gerne 120 D-Mark auf den Tisch gelegt und war dann auch ein paar Monate lang beschäftigt. STONEKEEP (na, wer kennt es noch?) lag sogar ein kleiner, eigens verfasster Roman bei. Ja, ganz recht: Damals haben auch die Computer-Freaks noch gelesen! Und nicht nur die jeweils aktuelle "PC Player"... Das war Spielerlebnis über den Bildschirm hinaus. Und ganz ohne Internet.

Mir ist klar, dass der Markt inzwischen ein ganz anderer ist. Bis die Kids heute den ersten Absatz im Handbuch bewältigt haben, sind schon wieder drei neue Mini-Games im Appstore erschienen. Mir persönlich kann's ja auch egal sein, so lange die drei, für mich interessanten Titel noch parallel in einer dicken Sammler-Edition erscheinen (Stichwort: Die strahlengeschützte FALLOUT-3-Lunchbox!). Nur, liebe Ubi-Softler: Dann nennt den Hammel doch auch beim Namen!

Ach ja...und viel Spaß mit den neuen Kopierschutz-Mechanismen! Dafür hatten wir früher auch das Handbuch... Seite 73, Zeile 5, Wort 2, hmmm *blätter* ...hmmm. Das war's jetzt aber auch mit der Nostalgie. Blicken wir alle wieder in die verstrahl... äh, strahlende Zukunft!