23.08.10

Griechenland, Teil 2 - Santorini


Teil 2 meiner kleinen Urlaubsreise befasst sich mit Atlantis, pardon Santorini. Die ägäische Vulkan-Insel, die immer für so malerische Sonnenuntergangs-Postkarten herhalten muss, wollte ich seit jeher einmal besuchen. Nun habe ich es getan ... und es hat sich gelohnt!

Enge Serpentinen führen vom Hafen hoch zu den kleinen Städtchen, die sich an die schroffen Klippen des riesigen Felsplateaus schmiegen. Um die Insel zu erkunden, habe ich mich so ziemlich allen denkbaren Fortbewegungs- mitteln bedient: Segelboot- und Yacht-Ausflüge wirken blass, konnte ich mir doch die Ehre auf einem Eselsrücken geben, mit einer Seilbahn fahren, an den Rücken eines Mädels geklammert auf einem Quad durch die Gegend brausen ... und Bus gefahren bin ich auch! Lieber Leser, wenn Sie einmal nach Santorini kommen, fassen Sie sich ein Herz und fahren Sie Bus! Da ist der Kamelmarkt in Kairo nichts gegen!

Zudem bin ich auf dem (nach wie vor aktiven) Vulkan herum geklettert, habe in den heißen Schwefelquellen gebadet, wurde Zeuge der Überbleibsel des untergegangenen Thera (inkl. des 3600 Jahre alten Amphitheaters!), habe Griechenlands einziges unterirdisches Wein-Museum durchwandert (...Wein von Santorini, ein Thema für sich!) und durfte einen unvergleichlich schönen Abend in Oia verbringen, wo die Sonne dann auch tatsächlich so romantisch wie nirgendwo sonst im Meer versinkt.

Auch mein Hotel in Kamari verdient ausschließlich Lob: Der Koch erklärt jedem Gast persönlich, was er in der Küche gezaubert hat und wie. Dabei scheucht er seine Mitarbeiter, damit auch jeder noch ein Eis bekommt, bevor in der Taverna gegenüber der Tanzabend beginnt. Sympathie-Preisträger ist ein kleiner Kater mit nur einem Ohr, der entspannt von einer Balustrade herab die internationalen Gäste mit derselben Gleichgültigkeit beäugt und sich höchstens mal zu einem verschmitzten Blinzeln herablässt. Statt vor Party-Touristen zu flüchten, konnte ich wiederum interessante Menschen aus aller Welt kennen lernen. Oh ja richtig, ich muss dringend ein paar e-Mails mit Fotos rausschicken, nach England, Belgien, Canada, Russland, ...

22.08.10

Griechenland, Teil 1 - Kreta


Es wird Zeit, mein friedvoll schlummerndes Blog mal wieder jäh aus dem Schlaf zu reißen! Was war los? Zuerst hatte ich ziemlich viel mit der Uni zu schaffen, dann habe ich mich stickums für zwei Wochen in den Urlaub verzogen.

Die erste Hälfte davon habe ich auf dem schönen Kreta verlebt. Bei Sonne und Temperaturen bis 55°C. beschränkten sich die Aktivitäten anfänglich nur auf "am Strand braten" und "in der Ägäis abtauchen". Bunte Cocktails und ein durchtanzter Sirtaki-Abend haben mich dann mit Nachdruck daran erinnert, dass ich mich als alter Schotte doch besser langsam akklimatisieren sollte...

Aber da ich generell nicht der typische Badeurlauber bin, sondern lieber mit festem Schuhwerk durch die Schönheiten der Natur stiefele, hinter Kri-kris herlaufe und mir Kultur, Land und Leute einverleibe, ging’s bald auf ins Landesinnere, durch kleine kretische Dörfer und vorbei an Wein-, Orangen- und Oliven-Plantagen. Von wundervollen Korallenriffen und alten Kastellen der einstigen Besatzer, hin zu kalkweißen Gebirgsmassiven und fast verlassenen Klöstern auf einsamen Felsnadeln. Die derart wild-romantische Pracht konnten mir dann auch Teile der ebenfalls auf Kreta angeschwemmten Verwandtschaft aus Deutschland nicht korrumpieren - zu imposant ist die Gewalt der Natur!

Natürlich bin ich auch durch den Minos-Tempel in Knossos gestolpert (Bild oben!) und habe Frappe in einem venezianischen Hafen getrunken... Zwei Highlights aber habe ich mir fürs nächste Mal aufgehoben: Dann werden definitiv die Samaria-Schlucht (17 km lang und 600m tief!) durchwandert und die Dikti-Tropfsteinhöhle erforscht, in der der Sage nach Göttervater Zeus zur Welt kam. Auch so war ich schon die meiste Zeit über unterwegs. Direkt am ersten Abend wurde ich außerdem von einer sehr coolen NPO engagiert, zu der ich aber demnächst noch etwas schreiben werde. Und nein ... ich kann nicht einfach mal nur Urlaub machen!

22.07.10

Nummer 6 ist wieder da!


"The Village" awaits you - again! Kultursender ARTE bringt nach 40 Jahren erstmals wieder "THE PRISONER" auf die deutschen Fernsehschirme - und damit jenes unvergleichbar geschliffene Juwel der Fernsehgeschichte, angesiedelt zwischen poppigem Flower-Power-Style und zeitloser Aktualität. Vieldeutig, intelligent, mysteriös, sarkastisch, sau-cool!

Ein britischer Agent (Pat McGoohan) quittiert mit einem Donnerschlag seinen Dienst. Warum, weiß man nicht. Wer er ist, auch nicht. Was ihm für diese Entscheidung blüht? Nun, wir werden es sehen: Er wird betäubt, entführt und in ein malerisches, aber hermetisch abgeriegeltes Dorf auf einer Halbinsel gebracht. Seines Namens beraubt und fortan nur noch als "Nummer 6" bekannt, tritt McGoohan den Kampf des Individuums gegen eine anonyme, konformisierte Gesellschaft an. Die Machthaber im "Village", allen voran eine ständig wechselnde "Nummer 2", versuchen ihrerseits herauszufinden, warum "Nummer 6" seinen Rücktritt einreichte. Doch der verweigert mit geballten Fäusten die Kooperation und versucht eisern, einen Fluchtweg zu finden! Und wer ist eigentlich die "Nummer 1" hinter dem Ganzen... Hmmm...

ARTE zeigt erstmals im deutschen Fernsehen alle 17 Folgen, inklusive vier zuvor abgelehnte Episoden mit neuer Synchronisation. Wer das nicht guckt, hat Pech gehabt! Die Serie läuft wahlweise ab dem 24.07. immer samstags ab 21:55 Uhr, mit je drei Folgen hintereinander, oder in der täglichen Wiederholung gegen 18:10 Uhr, ab dem 09. August.
Zudem sei noch auf das ARTE-Online-Special von Martin Winckler hingewiesen, speziell auf den Teil "Ein vieldeutiges Werk".


...be seeing you!

19.07.10

Mein Freund, der Waschbär

Während andere jetzt schon wieder ob dem schönen Wetter jammern und zerfließen, haben wir die sonnigen Tage genutzt und einen Ausflug ins Grüne gemacht. Um genau zu sein, in den Tierpark Niederfischbach. Und ich habe auch gleich einen neuen Freund gefunden! Irgendwie lagen wir beide auf einer Wellenlänge. Keine Ahnung, woran das lag...

Nur, wenn's um die Sonnenbrille geht, hört der Spaß auf!



29.06.10

Happy Birthday, Dear Mr. Harryhausen!

Kaum zu glauben: Der gute Ray Harryhausen feiert heute seinen 90sten Geburtstag! Da kann ich nicht anders, als ihm meine aller herzlichsten Glückwünsche auszusprechen!

Über wie viele Generationen hinweg hat er jetzt schon kleine Jungs mit seinen unverwechselbar liebevoll animierten Stopmotion-Monstern begeistert? Wie viele inzwischen erwachsene Männer fallen angesichts seiner Arbeit wieder ins Jugendalter zurück und sitzen auch über 50 Jahre nach Entstehung der Filme noch mit glänzenden Augen vor den Bildschirmen?! In diesen Tagen erscheint "Jason und die Argonauten" (1963) in den USA auf BluRay - painstakingly restored, wie es sich gehört.

Meine erste Begegnung mit einem von Rays Geschöpfen hatte ich tatsächlich mit fünf oder sechs Jahren, als ich eines Sonntag Nachmittags bei meinem Opa zu ersten Mal "Panik in New York" (1953, Bild oben!) gesehen habe. Darin wird ein Dinosaurier durch Atomtests am Polarkreis geweckt, macht sich auf, um New York in Schutt und Asche zu legen, und findet schließlich inmitten eines brennenden Vergnügungsparks sein tragisches Ende. Absoluter Kult - lange, lange vor "Jurassic Park"! Ebenso die anderen schwarz-weißen Monsterfilme von Ray. Er selbst hat mal gesagt: "Ich bin verantwortlich für die Zerstörung von New York, San Francisco und Washington."

Später wechselte Ray dann ins Fantasy-Genre und hauchte mit seinen grandiosen Tricks der klassischen Mythologie neues Leben ein. "Sindbads siebente Reise", "Jason und die Argonauten", "Kampf der Titanen" - was wären diese Filme wohl ohne die detailversessen modellierten und animierten Wesen?! Und das Wunderbare daran: Die Filme altern nicht. CGI-Tricks sehen nach ein paar Jahren altbacken aus. Rays Kreaturen leben wirklich, haben Charakter und Persönlichkeit, werden immer da sein.

Heute lebt Mr. Harryhausen mit seiner Frau in London. Und er hat das geschafft, was seinem Ziehvater Willis O'brien ("King Kong und die weiße Frau", 1933) leider nicht vergönnt war: Er kann gesund und munter zurückblicken und sich, völlig zu Recht, von seinen Fans feiern lassen. Nach wie vor besucht er Conventions, spricht Audiokommentare ein und freut sich über den Kontakt zu seinen Fans und Freunden.

Vielen Dank, lieber Ray, für die vielen schönen Stunden und die magischen, inspirierenden und spannenden Film-Momente! Cheers, mate! And many happy returns!

17.06.10

Lost in Cologne, mal wieder!

Fragt mich nach einer Straße oder einem Platz in Glasgow und ich gebe eine perfekte Wegbeschreibung! ...einen kleinen Abstecher zum Clyde-Ufer, Kaffee und Scones inklusive. Aber 10 Minuten in der Kölner Innenstadt ... und ich verliere hoffnungslos die Orientierung! Und dann mache ich auch noch den Fehler, einen "einheimisch" wirkenden Verkäufer nach dem Weg zu fragen. Leider ist mein Auffassungsvermögen absolut immun gegen kölsche Dialektik - und ich war somit genau so schlau wie vorher. *grummel*

Letztlich habe ich mich dann aber doch zurecht gefunden und hatte sogar noch Zeit für einen Kaffee bei Starbucks. Da habe ich mich dann auch sehr entspannt mit einem kleinen japanischen Geschäftsmann (der akzentfreies Englisch sprach...) unterhalten. Über den Dom, über Architektur, über deutsche Gastfreundschaft bei Fußballspielen und natürlich über die unvermeidlichen Vuvuzelas. Manchmal bin ich wirklich im falschen Film. Oder zumindest Lost in Translation.

11.06.10

Waka waka - a manera mexicana!

Von Fußball habe keine Ahnung, das gebe ich offen zu! Aber es gibt ja auch noch genügend andere Sportarten, von denen ich ebenfalls keine Ahnung habe, die aber wesentlich mehr Spaß beim Zugucken machen... Eishockey zum Beispiel, oder Rugby!

Aber pünktlich zum WM-Auftakt habe ich mich doch noch anstecken lassen und fand mich dank Caro plötzlich beim "Rudelgucken" im Sonnenschein, mitten in einer Gruppe engagierter mexikanischer Fußballfans wieder! Ja ganz recht, auch im rammdösigen Siegerland gibt es sie, die kleine, ehrenvolle Garde der patriotischen Mexiko-Fans! Und zu denen gehöre ich jetzt auch, irgendwie. Spannend war es dann zum Schluss auch und mit unserer Euphorie haben wir es sogar in die Lokalnachrichten im Fernsehen geschafft!

In diesem Sinne: Waka, waka!